Entwicklung und Aufbau

Im Bereich der geographischen Informationssysteme der Länder spielte das Thema Verkehrsinfrastruktur, Referenzgraph und Verkehrsdatenbank von Beginn an eine wesentliche Rolle (ab 1990). Allerdings führten die Länder Verkehrsgraphen in unterschiedlichen Maßstäben und Genauigkeiten und innerhalb eines Landes wurden mehrere Referenznetze geführt, je nach Zuständigkeit einer Abteilung (Straßenbauabteilung, Forstabteilung,…). All diese Netze waren singuläre Netze, die keine Anbindung an höher- oder niederrangige Netze hatten.

2007 wurde eine Umfrage im damaligen AT-GIS Kommunikationsforum der Länder gestartet, zur Frage:
"Gibt es Themen im Bereich Straße und Verkehr, die alle Länder betreffen und gibt es Interesse an einer gemeinsamen Lösung? ".
Anhand eines Fragebogens wurden die Themen Straßendatenbank, Zustandsdaten, Verkehrszeichen, Baustellen, Radwege, DTV, ländliches Wegenetz und Fragen zur IT gestellt. Aufgrund der positiven Rückmeldungen wurde bereits im Jänner 2008 zum ersten Ländertreffen "Straße und Verkehr" nach Klagenfurt eingeladen. Es war schnell klar, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt und es wurde als sinnvoll erachtet, gemeinsam Lösungen und Services zu entwickeln an Stelle von neun singulären Lösungen.
Eine weitere Erkenntnis war, dass der Aufbau einer gemeinsamen Verkehrsdateninfrastruktur das Thema Straße, Verkehrsreferenzsystem und Verkehrsdateninfrastruktur nicht nur auf die Zuständigkeit der Länder beschränkt ist. Die Institutionen ÖBB und ASFINAG, sowie die Städte und Gemeinden sind in ihrem Wirkungsbereich ebenso Erzeuger von Verkehrsinfrastrukturdaten und müssen bei einem allfälligen Aufbau eines gemeinsamen Verkehrsreferenzsystems berücksichtigt werden. Bei den Folgetreffen wurden bereits Vertreter der genannten Institutionen eingeladen.

Zeitgleich im Jänner 2008 wurde bei ITS/Vienna Region die Graphenintegrationsplattfporm (GIP) für das Modellgebiet Wien und Umland im Rahmen eines Forschungsprojektes fertig gestellt. Erstmals wurde hier ein Datenmodell aufgebaut, das es ermöglichte, verschiedene Verkehrsmodi und Verkehrsinfrastruktur abzubilden. Bei einem der nächsten Ländertreffen wurden Vertreter von ITS/VR eingeladen, diesen neuen Lösungsansatz zu präsentieren.

Nach Vorbereitungsarbeiten im Jahr 2008 starteten gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und dem Klima- und Energiefonds die geförderten österreichweiten Projekte GIP.at, GIP.at Erweiterung, GIP.at E2, GIP.gv.at und GIP.gv.rollout mit dem Ziel der Erstellung eines gemeinsamen Verkehrsreferenzsystems (Graphenintegrationsplattform GIP) für alle Verkehrsarten, für ganz Österreich und mit homogener Qualität und Aktualität.
Die Einbindung der Städte und Gemeinden WAR ein Anliegen aller Förderprojekte, was die Entwicklung spezieller Schnittstellen (Intergraph GMSC AddOn) ausschließlich für Städte belegt. Um den Anspruch an höchste Qualität und Aktualität sicherzustellen wurde auch die Dateneinbringung der Städte und Gemeinden gefördert.

Im Rahmen der Förderprojekte galt es auch eine Organisationsform zu finden, die es für die Zukunft erlaubt, gemeinsam mit allen Bundesländern, dem BMVIT, der ASFINAG, ÖBB-Infrastruktur AG und dem Österreichischen Städte- und Gemeindebund die GIP aktuell zu halten und den Anforderungen an eine moderne Verkehrsdateninfrastruktur weiter zu entwickeln.